"Es geht nicht um das, was wir tun, oder wie viel wir tun, sondern darum, wie viel Liebe wir in das Tun legen, in die Arbeit, die er uns anvertraut hat." Mutter Theresa

Der TAG DES HERRN als E-Paper - Jetzt entdecken!

Talente: Wir dürfen den Glauben nicht verstecken

Lesungen zum 33. Sonntag im Jahreskreis: Spr 31,10-13.19-20.30-31;Ps 128,1-2.3.4-5;1 Thess 5,1-6;Mt 25,14-30

„Wir können und dürfen den Glauben nicht als etwas Privates gleichsam verstecken, das ich zwar festhalte, aber im Übrigen niemanden etwas angeht, mit dem ich nirgendwo anecken und Ärgernis erregen will.

Über eine solche Haltung, die sich privat gläubig sehen möchte, aber nicht dabei nach außen treten will, hat der Herr im Gleichnis von den Talenten das Urteil gesprochen. Wenn er uns erzählt von dem Knecht, der das Talent nimmt und es vergräbt, in der Meinung so ganz treu zu sein, weil er es unversehrt und sicher zurückgeben kann. Aber solche Art von Sicherheit entspricht nicht der Dynamik, der Größe, der inneren Breite des Glauben; weil er nur für sich selbst das Talent wollte, hatte es gerade auch für sich verloren. ‚Ich habe euch berufen damit ihr hingeht und Frucht bringt nicht damit ihr euch daraufsetzt und es verwahrt‘ (Joh 15,16). Das ist der Ruf, der im Glauben ist: füreinander Verantwortung übernehmen, einander den Glauben geben, so wie wir ihn von anderen empfangen haben. Nur in diesem Miteinander des Empfangens und des Gebens wächst die Kirche und wächst unsere eigene Freude am Glauben."

Joseph Ratzinger, aus „Gemeinsam in Demut glauben“ Wallfahrt 1989, JRGS 14/3