"Nur die Kirche kann den Menschen vor der erniedrigenden Knechtschaft bewahren, ein Kind seiner Zeit zu sein." C. K. Chesterton

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„Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ (Lk 1, 38)

Lesungen zum 4. Advent   2 Sam 7,1-5.8b-12.14a.16;Ps 89,2-3.20a u. 4-5.27 u. 29;Röm 16,25-27;Lk 1,26-38

„Erst der Mensch, der ganz Ja zu Gott sagt, findet die Freiheit, die große schöpferische Weite der Freiheit des Guten. Er entdeckt, welche Mächte des Schöpfertums auf uns warten und sich uns eröffnen, je mehr wir ins Gute hineinwandern. Der Mensch, der zu Gott sich hinwendet, wird nicht kleiner, sondern er wird größer, weil der Mensch erst von Gott her und mit ihm zusammen groß ist, göttlich wird, er selber wird. Der Mensch, der sich Gott in die Hände gibt, wird nicht kalt und leer, sondern sein Herz macht vollends auf, er wird ein fühlender, weil ein reiner und darum ein gütiger und offener Mensch.

Je näher der Mensch bei Gott ist, desto näher ist ja bei den Menschen. Wir sehen es an Maria. Eben weil sie ganz bei Gott ist, darum ist sie so nah bei den Menschen. Darum kann sie die Mutter aller Tröstungen und aller Hilfen werden, zu der sich jeder in jeder Situation der Not und der eigenen Verfallenheit und Sünde hin trauen darf. Sie hat Verstehen für alles und hält für alles die Macht der schöpferischen Güte, der Freiheit des Gutseins bereit.“

Joseph Ratzinger (JRGS 14/2)