"Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist." Röm. 12, 2

Vom Beten

"Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten." Mt 6,6

An verborgenen Orten zu beten, kommt dem Glauben mehr zu, damit wir wissen, daß der Herr überall gegenwärtig ist und daß er in der Fülle seiner Herrlichkeit das Dunkel durchdringt. Wir können unter der Tür des Hauses auch unseren leiblichen Mund verstehen, so daß daraus folgt, daß wir nicht mit lauter Stimme Gott bitten, sondern in der Stille des Herzens, und zwar aus drei Gründen: Erstens, weil Gott nicht mit lauter Stimme bedrängt werden muß, sondern an einem aufrichtigen Gewissen Gefallen hat, da er die Stimme des Herzens hört; zweitens, weil deine geheimen Gebete kein anderer hören muß, außer dir und Gott; drittens weil du dem Anderen nicht erlaubst zu beten, wenn du laut betest. (Cyprianus)

Quelle: Catena Aurea

Darstellung des Herrn - Denn meine Augen haben das Heil gesehen

Selig sind deine Augen, die Augen des Leibes und der Seele! Jene haben Gott sichtbar erblickt, diese aber haben nicht nur das Gesehene betrachtet, sondern durch den Lichtstrahl des Heiligen Geistes erleuchtet, das WORT im Fleisch erkannt. Das "Heil" nämlich, das du mit deinen Augen gesehen hast, ist Jesus selbst: sein Name verkündet "Heil". (Gregor von Nyssa)

Quelle Catena Aurea

Wandmalerei in der Kirche von Gerlamoos (Kärnten)

 

Sorge für das Heil des Bruders

Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte - Christus. Joh. 1. 41

"Denn das heißt wahrhaft den HERRN finden, in wahrer Liebe zu Ihm zu glühen: daß man auch für das Heil seines Bruders Sorge trägt. (Beda)"

Quelle Catena Aurea

Epiphanie

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem (Mt. 2, 1)

Was waren denn diese Magier anderes als die Erstlingsgabe aus den Heiden? Die Hirten waren Israeliten, die Magier Heiden; jene kamen aus der Nähe, diese von ferne. Doch beide fanden sich bei dem einen Eckstein ein.
Jesus wurde weder den Gerechten noch den Gelehrten geoffenbart: Unwissend sind die Hirten ob ihrer bäuerischen Herkunft; die rechte Frömmigkeit mangelt den Magiern, die allerhand Frevel begehen. Beide zog der Eckstein an sich; denn er war ja gekommen, das Törichte zu erwählen, um die Weisen zuschanden zu machen, die Sünder zu berufen, nicht die Gerechten. Kein Großer sollte sich überheben, kein Schwacher verzweifeln. (Augustinus)

Quelle Catena Aurea

Wandmalerei ind der Kirche von Gerlamoos (Kärnten)

Dass viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden

"Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, daß in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird." (Lk, 2, 34)

"Licht ist auch dann Licht, wenn es schwache Augen stört. Und ebenso bleibt der Erlöser der Erlöser, auch wenn durch ihn viele zu Fall kommen. Daß sie zu Fall kommen, hat seinen Grund nicht in seinem Tun, sondern in ihrer Verblendung. "Wieder aufgerichtet werden"Auferstehen, lat.: resurrectio aber bedeutet: ein neues Leben zu führen. Wenn ein Wollüstiger keusch wird, ein Geizhals barmherzig, ein Jähzorniger umgänglich, dann ist das eine Auferstehungsfeier. Die Sünde stirbt, die Gerechtigkeit steht auf." (Chrysostomus)

Quelle Catena Aurea

Hanna, Simeon und Jesus im Tempel, Wandmalerei von Carl Vogel von Vogelstein (Schlosskapelle Pillnitz)