"Wer glaubt, ist nie allein – im Leben nicht und auch im Sterben nicht." Benedikt XVI.

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ER ist der neue Tag

Lesungen zum 5. Ostersonntag: Apg 4,8-12;Ps 118,1 u. 4.8-9.21-22.23 u. 26.28-29;1 Joh 3,1-2;Joh 10,11-18

„Ich will dir danken, dass du mir Antwort gabst, du bist mir zur Rettung geworden. Ein Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden.“ Ps 118, 21-22

„Das Besondere aber an diesem Psalm ist, dass die Rettung eines unbekannten Einzelnen, der aus dem Tod wieder aufgestiegen ist zum Leben, die Tore des Heils neu aufstößt für das Volk und so die Rettung des Einzelnen zur Liturgie des Dankes, zum neuen Beginn, zur neuen Sammlung von Gottes Volk für alle wird. Innerhalb des Alten Testamentes bleibt die Frage unbeantwortet, wer dieser Einzelne ist. Erst vom Herrn her, von Jesus Christus her, erhält der ganze Psalm seine Logik seinen deutlichen Sinn. Er ist es der in der Tat in die Nacht des Todes hinabgestiegen ist, der von der ganzen Bedrängnis der Sünde und des Todes umgeben und zerschlagen war. Er ist es, der aufsteigend die Pforten des Heils aufgestoßen hat und uns nun einlädt, durch die Tore des Heils einzutreten und mit ihm dankzusagen. Er ist der neue Tag, Er selbst in Person, den Gott uns geschaffen hat; durch ihn leuchtet Gottes Tag in die Nacht dieser Welt hinein. Der Ostertag und jeder Sonntag ist Gegenwärtigwerden dieses Tages, ist Begegnung mit dem lebendig Auferstandenen der als Gottes Tag in unserer Mitte tritt und uns versammelt.“

Joseph Ratzinger, JRGS 14,1