Bekennt euch zu ihm vor allen Völkern, ihr Kinder Israels; denn er selbst hat uns unter die Völker zerstreut. Tob 13, 3
Lesungen zum 13. Sonntag im Jahreskreis: 2 Kön 4,8-11.14-16a; Ps 89,2-3.16-17.18-19; Röm 6,3-4.8-11; Mt 10,37-42
„Im heutigen Evangelium sagt Jesus: »Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten« (Mt 10,41). Dreimal das Wort »Prophet«. Aber wer ist der Prophet? …
Prophet, Brüder und Schwestern, ist jeder von uns: In der Tat haben wir alle mit der Taufe die Gabe und Sendung der Prophetie empfangen (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 1268). Prophet ist derjenige, der kraft der Taufe anderen hilft, die Gegenwart unter dem Wirken des Heiligen Geistes zu deuten. Das ist sehr wichtig: Die Gegenwart nicht wie einen Zeitungsbericht zu lesen, sondern sie unter dem Wirken des Heiligen Geistes zu deuten, der hilft, die Pläne Gottes zu verstehen und ihnen zu entsprechen. Mit anderen Worten: Der Prophet ist derjenige, der andere auf Jesus hinweist, der von ihm Zeugnis gibt, der hilft, Seinen Plänen entsprechend das Heute zu leben und das Morgen zu gestalten. Wir sind also alle Propheten, Zeugen Jesu, »damit die Kraft des Evangeliums im alltäglichen Familien- und Gesellschaftsleben aufleuchte« (Lumen gentium, 35). Der Prophet ist ein lebendiges Zeichen, das die anderen auf Gott hinweist. Der Prophet ist ein Abglanz des Lichtes Christi auf dem Weg der Brüder und Schwestern. Und so können wir uns fragen: Spreche und – vor allem – lebe ich, der ich in der Taufe zum »Propheten erwählt« worden bin, als Zeuge Jesu? Bringe ich etwas von seinem Licht in das Leben eines Menschen? Prüfe ich mich selbst in dieser Hinsicht? Frage ich mich: Wie steht es um mein Zeugnis, wie steht es um meine Prophetie?