"Es geht nicht um das, was wir tun, oder wie viel wir tun, sondern darum, wie viel Liebe wir in das Tun legen, in die Arbeit, die er uns anvertraut hat." Mutter Theresa

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„Bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast“

Lesungen vom 7. Ostersonntag:  Apg 1,15-17.20ac-26;Ps 103,1-2.11-12.19-20b;1 Joh 4,11-16;Joh 17,6a.11b-19

„Bewahre sie, bewahre uns in deinem Namen, das heißt also hilf uns, dass wir diese Bekanntschaft mit Gott nicht verlieren. Hilf uns, dass Gott nicht aus unserem Blickfeld entschwindet, so wie er aus dem Blickfeld so vieler Menschen verschwunden ist. Hilf uns, dass wir Gott nicht verlieren, dass wir in der Beziehung zu ihm bleiben, dass Freundschaft mit dem Herrn ist. Hilf uns, dass Freundschaft mit Christus bleibt, dass wir ihn immer mehr kennen und dass wir dadurch Gott anreden und lieben können. Hilf, dass das Reden zwischen Gott und uns nicht versiegt, dass wir die Kunst des Betens nicht verlernen, sondern sie immer mehr lebendig für uns wird. Es ist eine Bitte um die Bekanntschaft mit Gott, um die Freundschaft mit Jesus Christus und die Freundschaft so auch mit seinen Heiligen, in denen er sich spiegelt; denn durch ihn kennen wir Maria, kennen die Heiligen kennen die liebende lebendige Kirche, und sind so in der großen Freundesgemeinde des Herrn. Es ist eine bitte darum, dass das Beten in uns lebendig bleibt und wächst. Wir bitten um den Glauben, wir bitten um die Gemeinschaft mit Christus und seinen Heiligen, wir bitten um die Gnade des Betens, und so um große grundlegende Güter unseres Lebens, Denn, wo dass fehlt, wird, auch wenn man es nicht gleich merkt, das Leben doch armselig und klein.“

Joseph Ratzinger (JRGS 14/1)

„Nicht Ihr habt mich erwählt, sondern ich habe Euch erwählt“ Joh 15, 16

Lesungen vom 6. Ostersonntag: Apg 10,25-26.34-35.44-48;Ps 98,1.2-3b.3c-4;1 Joh 4,7-10;Joh 15,9-17

„Die große Gefahr auch unserer Zeit und unseres Christentums ist, dass wir solches Empfangen nicht wollen, dass wir Christentum als unsere Leistung verstehen möchten, dass wir Jesus als ein Modell oder als ein Programm anerkennen, als ein Angebot, aus dem wir dann auswählen. Aber wenn das geschieht, bleiben wir allein und machen „Selbst-Heilande“, und wie kümmerlich ist der Mensch, der versucht, ein „Selbst-Heiland“ zu sein. „Nicht Ihr habt mich erwählt, sondern ich habe Euch erwählt“ Das ist unser Freiheit. Das ist Gnade, die unser Leben öffnet bis in den Horizont der ewigen Wahrheit und Liebe hinein.“

Joseph Ratziger JRGS 14/1

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.

Lesungen zum 5. Ostersonntag: Apg 9,26-31;Ps 22,26-28.30-32;1 Joh 3,18-24;Joh 15,1-8

"Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt." Joh 15, 4
"Nicht auf dieselbe Weise sind die Jünger in Christus, wie er in ihnen ist: denn beides nützt nicht ihm, sondern ihnen: Denn die Reben sind so im Weinstock, daß nicht sie dem Weinstock das Leben geben, sondern es von ihm empfangen. Der Weinstock ist also so in den Reben, daß er ihnen lebenswichtige Nahrung gibt, und nicht etwa von ihnen empfängt. [...] Wer glaubt, von sich selbst aus Frucht zu bringen, ist nicht im Weinstock; wer nicht im Weinstock ist, ist nicht in Christus; wer nicht in Christus ist, ist nicht Christ."

Augustinus (Catena Aurea)

ER ist der neue Tag

Lesungen zum 5. Ostersonntag: Apg 4,8-12;Ps 118,1 u. 4.8-9.21-22.23 u. 26.28-29;1 Joh 3,1-2;Joh 10,11-18

„Ich will dir danken, dass du mir Antwort gabst, du bist mir zur Rettung geworden. Ein Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden.“ Ps 118, 21-22

„Das Besondere aber an diesem Psalm ist, dass die Rettung eines unbekannten Einzelnen, der aus dem Tod wieder aufgestiegen ist zum Leben, die Tore des Heils neu aufstößt für das Volk und so die Rettung des Einzelnen zur Liturgie des Dankes, zum neuen Beginn, zur neuen Sammlung von Gottes Volk für alle wird. Innerhalb des Alten Testamentes bleibt die Frage unbeantwortet, wer dieser Einzelne ist. Erst vom Herrn her, von Jesus Christus her, erhält der ganze Psalm seine Logik seinen deutlichen Sinn. Er ist es der in der Tat in die Nacht des Todes hinabgestiegen ist, der von der ganzen Bedrängnis der Sünde und des Todes umgeben und zerschlagen war. Er ist es, der aufsteigend die Pforten des Heils aufgestoßen hat und uns nun einlädt, durch die Tore des Heils einzutreten und mit ihm dankzusagen. Er ist der neue Tag, Er selbst in Person, den Gott uns geschaffen hat; durch ihn leuchtet Gottes Tag in die Nacht dieser Welt hinein. Der Ostertag und jeder Sonntag ist Gegenwärtigwerden dieses Tages, ist Begegnung mit dem lebendig Auferstandenen der als Gottes Tag in unserer Mitte tritt und uns versammelt.“

Joseph Ratzinger, JRGS 14,1

„Friede sei mit euch“

Lesungen zum 3. Ostersonntag: Apg 3,12a.13-15.17-19;Ps 4,2.4.7.8-9;1 Joh 2,1-5a;Lk 24,35-48

„Wir spüren einerseits die Gnade, die Segnungen des Daseins, wir spüren aber andererseits auch das Unheimliche, Drohende und Zerstörende der Welt, die Macht des Todes. Nun steht er da und er sagt: „Friede sei mit euch.“ Gott ist nicht mehr der Fremde, Unbekannte, Gefährliche. Er richtet Frieden auf, er nimmt uns an und dies ist die entscheidende Änderung in der Welt. Denn wenn wir mit Gott im Frieden stehen, wenn Gott uns Friede gibt, dann sind wir angenommen und können uns selbst annehmen und können einander annehmen. „Friede sei mit euch.“ Bitten wir den Herrn, dass die Kraft, die Wirklichkeit dieses Gottes, tief in uns eindringe und bitten wir ihn, dass die Kraft dieses Wortes in uns wirksam werde, dass wir selbst Menschen des Friedens seien.“

Joseph Ratzinger, JRGS 14/1