"Wenn Sie in die Welt hineinschauen, sehen Sie keinen Himmel, aber Sie sehen überall die Spuren Gottes." Benedikt XVI.

Gott hingegen verurteilt die Sünde, versucht aber, den Sünder zu retten

Lesungen zum 31. Sonntag im Jahrenskreis: Weish 11,22 - 12,2;Ps 145,1-2.8-9.10-11.13c-14;2 Thess 1,11 - 2,2;Lk 19,1-10

„… Er war neugierig. Und da er klein von Gestalt war, lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, »um Jesus zu sehen« (V. 4). Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sah ihn (vgl. V. 5).

Und das ist wichtig: der erste Blick ist nicht jener des Zachäus, sondern der Blick Jesu, der unter den vielen Gesichtern, die ihn umgaben – die Menschenmenge – genau dieses sucht. Der barmherzige Blick des Herrn erreicht uns noch bevor wir erkennen, dass wir ihn brauchen, um errettet zu werden. Und mit diesem Blick des göttlichen Meisters beginnt das Wunder der Umkehr des Sünders. Tatsächlich ruft Jesus ihn und nennt ihn beim Namen: »Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus bleiben« (V. 5). Er macht ihm keine Vorwürfe, er hält ihm keine »Predigt«; er sagt ihm, dass er zu ihm gehen muss: »er muss«, weil das der Wille des Vaters ist. Trotz des empörten Raunens der Leute beschließt Jesus, im Haus jenes öffentlichen Sünders zu bleiben. …“

Franziskus, Angelus 03.11.2019