Es muss Wärme von uns ausgehen. Den Menschen muss es in unserer Nähe wohl sein, und sie müssen fühlen, dass der Grund dazu in unserer Verbindung mit Gott liegt.

Pater Rupert Mayer

Sankt Pius X.

Die Kapelle in Glaubitz ist dem Heiligen Papst Pius X. geweiht. Pius bedeutet der Fromme (lat.)

Papst Pius X."Alles in Christus erneuern"

Giuseppe Sarto kam am 2. Juni 1835 in Riese bei Treviso als Sohn eines Bergbauern und Briefträgers zur Welt. Als Kind war er ein lieber Junge und begeisterter Meßdiener. Er absolvierte Gymnasium und Theologiestudium in Padua und wurde 1858 zum Priester geweiht. 1875 wurde er Domherr in Treviso und 1884 Bischof von Mantua, „Der alte Bauernpfarrer taugt nicht zum Bischof“, sagte er damals. Aber neun Jahre später ernannte ihn Papst Leo XIII. zum Patriarchen von Venedig. Als solcher reiste er 1903 (mit Rückfahrkarte) nach Rom zum Konklave, bei dem er zum Papst gewählt wurde. Unter Tränen soll er damals die wählenden Kardinäle gebeten haben, von seiner Wahl abzusehen, da er dem Amt nicht gewachsen sei.

Pius blieb auch als Papst, was er schon immer gewesen war: ein Seelsorger. Er war ein innerlicher und frommer Mann, einfach und verständlich in seiner Rede, er suchte die Nähe einfacher Menschen. Er war ein großer Beter und Helfer in vielerlei Nöten. Der zutiefst religiöse Papst betrachtete eine allgemeine Erneuerung der Priester und Laien als seine Hauptaufgabe.

Deswegen standen die Verbesserung der Klerusausbildung, Verkündigung der christlichen Lehre in Predigt und Unterricht sowie liturgische Reformen (frühe Erstkommunion und die regelmäßigen Eucharistiefeiern) im Vordergrund seines Reformprogramms. Die Erneuerung des Gottesdienstes war ihm ein Anliegen, er setzte die gregorianischen Gesänge in der Liturgie wieder ein, stellte ein neues Brevier als Standard für die ganze Kirche auf. Pius führte regelmäßig Visitationen durch und nutzte - wo immer möglich die - Gelegentheit, als Beichtvater den Menschen im Beichtstuhl nahe zu sein.

Gemäß seinem Wahlspruch "Instaurare omnia in Christo" ("Alles in Christus erneuern") erstrebte der Papst die Verchristlichung der gesamten Gesellschaft. Sein eigenes Bistum Rom, sollte Vorbild sein für andere. Er förderte die Katholische Aktion als Laienbewegung unter geistlicher Führung und lockerte das Verbot der Teilnahme von Laien an der Politik.  Er rief auch die Laien zur Durchführung sozialer Aktionsprogramme unter Aufsicht der Kirche auf, womit er die römisch-katholische Aktionsbewegung vorwegnahm.  Furchtlos nahm er auch den Kampf gegen die zeitgenössischen Irrlehren auf, die unter dem Namen Modernismus zusammengefasst werden.

Seine Güte und Lauterkeit machte tiefen Eindruck auch auf nicht kirchlich gesinnte Menschen.

Pius starb 20. August 1914 in Rom und wurde im Petersdom beigesetzt (Das Grab befindet sich im linken Seitenschiff). An seinem Grab sollen sich zahlreiche Wunder ereignet haben. Pius wurde 1951 selig und 1954 heilig gesprochen.

Pius der X. ist Patron der Esperantisten und des Päpstlichen Werkes der Heiligen Kindheit

Die Grabinschrift:

Papst Pius X., arm und doch reich,

sanft und von Herzen demütig,

tapferer Streiter des katholischen Glaubens,

bestrebt, alles in Christus zu erneuern,

fromm entschlafen am 20. August 1914.