"Wer glaubt, ist nie allein – im Leben nicht und auch im Sterben nicht." Benedikt XVI.

Wir sind nur Verwalter

"Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab." Mt 5, 42
  
Die Schätze gehören nicht uns, sondern Gott. Gott wollte, daß wir die Verwalter seiner Schätze sind, nicht ihre Herrn. (Chrysostomus)

Quelle: Catena Aurea

Versöhnung

"Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, daß dein Bruder etwas gegen dich hat, so laß deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe." Lk. 5, 23- 24
   
Er sagte nicht: "Wenn du etwas gegen deinen Bruder hast", sondern "wenn dein Bruder etwas gegen dich hat", so daß es stärker deine Pflicht ist, den ersten Schritt zur Versöhnung zu tun. (Hieronymus)

Wenn aber der menschliche Frieden wiederhergestellt ist, befiehlt er uns, zum göttlichen zurückzukehren, indem wir von der Menschenliebe zur Gottesliebe übergehen. Und deshalb folgt: Dann komme und opfere deine Gabe! (Hilarius)

Quelle: Catena Aurea

Ein Zeichen, dem widersprochen wird

"Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, daß in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird." LK 2, 34
 
Licht ist auch dann Licht, wenn es schwache Augen stört. Und ebenso bleibt der Erlöser der Erlöser, auch wenn durch ihn viele zu Fall kommen. Daß sie zu Fall kommen, hat seinen Grund nicht in seinem Tun, sondern in ihrer Verblendung. "Wieder aufgerichtet werden"Auferstehen, lat.: resurrectio aber bedeutet: ein neues Leben zu führen. Wenn ein Wollüstiger keusch wird, ein Geizhals barmherzig, ein Jähzorniger umgänglich, dann ist das eine Auferstehungsfeier. Die Sünde stirbt, die Gerechtigkeit steht auf. (Chrysostomus)

Quelle: Catena Aurea

Hanna, Simeon und Jesus im Tempel, Wandmalerei von Carl Vogel von Vogelstein (Schlosskapelle Pillnitz)

Was bedeutet denn eigentlich mein getauft sein für mich?

Taufe Jesu, Gemälde im Petersdom

"Der Sinn des Kirchenjahres überhaupt ist gar kein anderer, als uns immer wieder neu aus unserer Vergesslichkeit und dem Dunkel unseres Alltags heraus an diese Spuren Gottes heranzuführen, die einmal für immer in die Geschichte eingebrannt sind, damit unser Herz wieder aufgeht damit wir sie sehen und davon Wegweisung empfangen. Wenn die beiden ersten Feste - Weihnachten und Epiphanie - hauptsächlich diesem Sehend-Werden, dem Aufgehen von Auge und Herz dienen, so führt das heutige Fest der Taufe Jesu hinein in den Alltag des Jahres. Denn durch die Taufe Jesu hat Jesus sich ja uns verbunden, sie ist gleichsam die Brücke, die er zwischen sich und uns gebaut hat, der Weg, auf dem er uns zugänglich wird.

So erinnert die Taufe Jesu vor allen Dingen an unsere eigene Taufe und fragt uns was in unserem Leben mit diesem herein treten Gottes in meine persönliche Existenz geworden ist fragt uns, was bedeutet denn eigentlich mein getauft sein für mich?"

Joseph Ratzinger

 

 

„Wir haben seinen Stern gesehen“ (Mt 2, 2)

Wandmalerei von Thomas von Villach in der Kapelle St. Georg von Gerlamoos (Kärnten ,15. Jhd.)

„Diese Menschen (die Magier) wollten Gottes Spuren erkennen. Sie waren überzeugt, dass die Himmel Gottes Herrlichkeit verkünden, dass in der Schöpfung er angeschaut werden kann; dass derjenige, der nicht mit welchen Fernrohren auch immer sucht, sondern vor allem das Fernrohr des Herzens, seiner glaubenden Sehnsucht nach Gott ausfährt, ihn finden kann, auf ihn zugehen vermag.“

Joseph Ratzinger