„Wir glauben nicht an Gott, weil wir ihn brauchen, sondern weil er uns liebt“, Kardinal Gerhard Ludwig Müller

Das Wunder der Liebe Gottes

Lesungen zum 11. Sonntag im Jahreskreis: Ez 17,22-24;Ps 92,2-3.13-14.15-16;2 Kor 5,6-10;Mk 4,26-34

„Das Bild vom Samen liegt Jesus besonders am Herzen, da es das Geheimnis des Reiches Gottes gut zum Ausdruck bringt. In den beiden Gleichnissen von heute stellt es ein »Wachsen« und einen »Kontrast« dar: das Wachsen, das dank einer dem Samen selbst innewohnenden Dynamik geschieht, und den Kontrast, der zwischen der Kleinheit des Samenkorns und der Größe dessen besteht, was aus ihm hervorgeht. Die Botschaft ist klar: auch wenn das Reich Gottes unsere Mitarbeit erfordert, ist es vor allem Geschenk des Herrn, Gnade, die dem Menschen und seinen Werken vorausgeht. Wenn unsere kleine Kraft, die gegenüber den Problemen der Welt ohnmächtig zu sein scheint, in die Kraft Gottes gelegt wird, fürchtet sie keine Hindernisse, da der Sieg des Herrn gewiß ist. Es ist das Wunder der Liebe Gottes, das jeden in die Erde gestreuten Samen des Guten aufkeimen und wachsen läßt. Und die Erfahrung dieses Wunders der Liebe läßt uns optimistisch sein, trotz der Schwierigkeiten, der Leiden und des Bösen, dem wir ausgesetzt sind. Der Same geht auf und wächst, da ihn die Liebe Gottes wachsen läßt.“

BENEDIKT XVI., aus dem ANGELUS Sonntag, 17. Juni 2012

Des Menschen höchster Zweck und Sinn ist Gott

Lesungen am 9. Sonntag im Jahreskreis: Dtn 5,12-15;Ps 81,3-11;2 Kor 4,6-11;Mk 2,23 - 3,6

„Was der Kirchenbau für den Raum ist, das ist der Sonntag für die Zeit. Er deutet an, dass wir im auf und ab unserer vergehenden Stunden und Tage Zeit haben für Gottes Ewigkeit. Freilich den Kirchtürmen wachsen allmählich die Hochhäuser über den Kopf und der Sonntag wird überdeckt vom Arbeitsprozess unserer Zeit. …

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Dreifaltigkeit: Gott ist die Liebe

Lesungen zum Dreifaltigkeitssonntag: Dtn 4,32-34.39-40;Ps 33,4-5.6 u. 9.18-19.20 u. 22;Röm 8,14-17;Mt 28,16-20

Ein Symbol der Dreifaltigkeit: Drei-Hasen-Fenster im Dom zu Paderborn

„Am heutigen Tag betrachten wir die Heiligste Dreifaltigkeit so, wie Jesus sie uns zu erkennen gegeben hat. Er hat uns offenbart, daß Gott Liebe ist, »nicht in der Einzigkeit einer Person, sondern in den drei Personen des einen göttlichen Wesens« … Drei Personen, die ein Gott sind, da der Vater Liebe ist, da der Sohn Liebe ist, da der Geist Liebe ist. Gott ist ganz und gar nur Liebe, reinste, unendliche und ewige Liebe. Er lebt nicht in glanzvoller Einsamkeit, sondern ist vielmehr unerschöpflicher Quell des Lebens, das sich unaufhörlich hinschenkt und mitteilt. Wir können es in einem gewissen Maß erahnen, wenn wir sowohl den Makrokosmos – unsere Erde, die Planeten, die Sterne, die Galaxien – als auch den Mikrokosmos – die Zellen, die Atome, die Elementarteilchen – betrachten. In alles Seiende ist in gewissem Sinne der »Name« der Allerheiligsten Dreifaltigkeit eingeprägt, da das ganze Sein, bis hin zum letzten Partikel, ein In-Beziehung-Sein ist, und auf diese Weise scheint Gott durch, der Beziehung ist, es scheint letztlich die Schöpferliebe durch. Alles geht aus der Liebe hervor, strebt hin zur Liebe und bewegt sich gedrängt von der Liebe, natürlich in unterschiedlichen Stufen des Bewußtseins und der Freiheit.“

BENEDIKT XVI. aus dem ANGELUS Fest der Heiligsten Dreifaltigkeit Sonntag, 7. Juni 2009

Der Geist erneuert uns, macht neue Geschöpfe aus uns

Lesungen zum Pfigstsonntag: Apg 2,1-11;Ps 104,1-2.24-25.29-30.31 u. 34;Gal 5,16-25;Joh 15,26-27;16,12-15

„Am Pfingsttag waren die Jünger Jesu noch orientierungslos und ängstlich. Sie hatten noch nicht den Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen. Und auch wir ziehen es vor, wie es manchmal zu geschehen pflegt, innerhalb der schützenden Mauern unserer gewohnten Umgebung zu bleiben. Aber der Herr weiß, wie er uns erreichen und die Türen unserer Herzen öffnen kann. Er sendet den Heiligen Geist über uns, der uns einhüllt und all unsere Zögerlichkeit besiegt, unsere Abwehr überwindet, unsere falschen Sicherheiten demontiert. Der Geist macht uns zu neuen Geschöpfen, so wie er es an jenem Tag mit den Aposteln getan hat: Er erneuert uns, macht neue Geschöpfe aus uns.

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