"Das ganze Leben geht auf eine Begegnung zu." Benedikt XVI.
Lesungen von Christi Himmelfahrt: Apg 1,1-11; Ps 47,2-3.6-7.8-9; Eph 1,17-23; Mt 28,16-20
„Christi Himmelfahrt ist kein Fest der Abwesenheit Gottes. Es ist ein Fest der Hoffnung. Ein Fest der Verwandlung. Ein Fest der Würde des Menschen. Denn seit Christus, als wahrer Gott und wahrer Mensch, zum Vater heimgekehrt ist, wissen wir: Unser Menschsein hat einen Platz bei Gott.
Das ist die eigentliche Botschaft dieses Tages: Der Mensch ist nicht für das Nichts geschaffen. Nicht für Sinnlosigkeit. Nicht für die endgültige Dunkelheit. In Christus ist unser Menschsein beim Vater angekommen. Deshalb ist Christi Himmelfahrt kein trauriges Fest. Es ist ein Fest der geöffneten Zukunft – gegen Angst und Hoffnungslosigkeit, gegen die heimliche Überzeugung vieler Menschen, dass am Ende doch alles vergeht. Nein. – Der Himmel ist offen. Gott hat den Menschen nicht vergessen. Unsere Sehnsucht nach Liebe, nach Heimat, nach Ewigkeit ist keine Täuschung. Sie weist auf unser Ziel hin.
Die Apostelgeschichte erzählt uns: Nachdem Christus vor den Augen der Jünger emporgehoben wurde, stehen sie da und schauen zum Himmel. Da treten Engel hinzu und fragen: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?“ - Fast klingt das wie eine liebevolle Unterbrechung ihrer Erstarrung.
Denn christlicher Glaube bedeutet nicht, weltfremd nach oben zu starren. Christlicher Glaube bedeutet, mit dem Herzen im Himmel und zugleich mit beiden Füßen auf der Erde zu leben.“
Aus einer Predigt zum Hochfest Christi Himmelfahrt von Archimandrit Dr. Andreas-Abraham Thiermeyer