"Das ganze Leben geht auf eine Begegnung zu." Benedikt XVI.
Lesungen vom 5. Ostersonntag: Apg 6,1-7; Ps 33,1-2.4-5.18-19; 1 Petr 2,4-9; Joh 14,1-12
„Das Evangelium des heutigen Sonntags, des fünften in der Osterzeit, stellt uns ein zweifaches Gebot des Glaubens vor: das Gebot des Glaubens an Gott und des Glaubens an Jesus. So sagt der Herr zu seinen Jüngern: »Glaubt an Gott, und glaubt an mich!« …
Das Neue Testament hat der Unsichtbarkeit des Vaters ein Ende gesetzt. Gott hat sein Antlitz gezeigt, wie die Antwort Jesu an den Apostel Philippus bestätigt: »Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen«. Der Sohn Gottes hat uns mit seiner Menschwerdung, seinem Tod und seiner Auferstehung von der Knechtschaft der Sünde befreit, um uns die Freiheit der Kinder Gottes zu schenken, und er hat uns das Antlitz Gottes erkennen lassen, der Liebe ist: Man kann Gott sehen, er ist sichtbar in Christus. …
Für die Christen, für uns alle, besteht also der Weg zum Vater darin, uns von Jesus führen zu lassen, von seinem Wort der Wahrheit, und das Geschenk seines Lebens anzunehmen. Wir wollen uns die Einladung des hl. Bonaventura zu eigen machen: »Öffne also deine Augen, wende dein geistiges Ohr ihnen zu, löse deine Zunge und öffne dein Herz, damit du in allen Geschöpfen deinen Gott entdecken, hören, loben, lieben, verehren, verherrlichen und anbeten kannst«.“
BENEDIKT XVI. aus dem REGINA CÆLI Petersplatz Sonntag, 22. Mai 2011