"Man darf nicht einfach aufgeben, das Evangelium zu verkündigen." Benedikt XVI.

„Jeden Tag muss man die Kunst des Liebens lernen“

Lesungen zum 6. Ostersonntag: Apg 8,5-8.14-17;Ps 66,1-3.4-5.6-7.16 u. 20;1 Petr 3,15-18;Joh 14,15-21

Es ist die Liebe, die uns in die Erkenntnis Jesu einführt, dank des Wirkens dieses »Anwalts«, den Jesus uns gesandt hat, das heißt dank des Heiligen Geistes. Die Liebe zu Gott und zum Nächsten ist das oberste Gebot des Evangeliums. Der Herr ruft uns heute, großherzig der im Evangelium wurzelnden Berufung zur Liebe zu entsprechen und so Gott in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen und uns dem Dienst an den Brüdern und Schwestern zu widmen, besonders an denen, die des Beistands und Trostes am meisten bedürfen. …

Wie viele Menschen haben sich zum Beispiel von einer Pfarrei oder Gemeinschaft aufgrund eines Umfelds des Geschwätzes, der Eifersucht, des Neids entfernt, die sie dort angetroffen haben. Zu lieben zu wissen ist auch für einen Christen niemals etwas, das man ein für alle Mal verinnerlicht hat. Jeden Tag muss man neu anfangen, man muss sich üben, damit unsere Liebe zu den Brüdern und Schwestern, denen wir begegnen, reif und von jenen Grenzen oder Sünden geläutert wird, die sie partiell, egoistisch, unfruchtbar und untreu machen. Jeden Tag muss man die Kunst des Liebens lernen. Hört gut zu: Jeden Tag muss man die Kunst des Liebens lernen, jeden Tag muss man geduldig dem Beispiel Christi folgen, jeden Tag muss man vergeben und auf Jesus blicken, und das mit dem Beistand dieses »Anwalts «, dieses uns von Jesus gesandten Trösters, des Heiligen Geistes.

Franziskus, Angelus am 21.05.2017