„Wir glauben nicht an Gott, weil wir ihn brauchen, sondern weil er uns liebt“, Kardinal Gerhard Ludwig Müller

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Der Tod ist kein Zusammenbruch, sondern der Neubeginn des Lebens.

Liebe Leserinnen und Leser!  (Predigt hier als pdf)

Ein paar Gedanken zum heutigen 3. Ostersonntag einmal aus Großenhain. Wir hören heute das Evangelium Lk 24,13-15 oder besser gesagt, wir lesen es zu Hause, in der Familie oder auch alleine. Zwei Jünger machen sich auf den Weg nach Emmaus. Ein Ort in Israel. Warum gerade nach Emmaus? Wird uns nicht berichtet.

Aber darum geht es auch nicht. Vielmehr geht es um das Geschehnis auf dem Weg. 

Dem Evangelisten geht es um den „Weg zum Osterglauben“. Auf diesem Weg reiht sich Jesus mit hinein. Ausgerechnet der, um den die beiden Jünger trauern, ist direkt bei ihnen, und sie merken es nicht. Ich meine, dieser Jesus hat regelrecht auf die beiden Jünger gewartet. Er kennt sie und weiß von ihrer Mutlosigkeit und Hoffnungslosigkeit. In dieser Zeit des Zweifels lässt Jesus seine Freunde nicht alleine.

Schauen Sie heute mal auf sich! Wie fühlen Sie sich in dieser Zeit? Gibt es ein Ziel?

Nun, im Evangelium suchen die Jünger in ihrem Gespräch einen Sinn in den Geschehnissen der letzten Wochen. So berichten sie alles Erlebte und Gefühlte. Wenigsten mal alles los werden. Da ist auch einer, der hört zu und stellt Fragen.

So berichten die Jünger was sie bewegt.

Wir sind verloren. All das, an was wir geglaubt und festgehalten haben ist untergegangen. Wir sind verlorene Jünger eines toten Propheten.

Wie soll es nun weitergehen?

Hier setzt der Wanderer Jesus mit seiner Sichtweise der Dinge an. Dabei geht er auf die gesamte Hl. Schrift des Alten Bundes ein. All das auf seine Person bezogen.

Dann der große Ruf:

“Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch zu glauben?

Der Tod ist kein Zusammenbruch, sondern der Neubeginn des Lebens.

Jesus, der Mann aus Nazareth, hat diesen Neuanfang eröffnet.

“Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch zu glauben?

Hier tritt eine Veränderung im Herzen der Jünger ein und ich wünsche Ihnen und auch mir diese Veränderung, ja, dieses Feuer selber immer wieder neu zu erspüren. Die Jünger können wieder sehen. Es geht weiter. Alles hat einen Sinn. Es kommt Hoffnung auf. Zukunft ist in Sicht.

Genau in dieser neuen Erfahrung mit Jesus, können die Jünger das Osterlicht annehmen und weitertragen.

Liebe Leserinnen und Leser, wie sieht denn unsere Lebensgeschichte aus? 

Wie oft habe auch ich die Frage nach dem Sinn der Geschehnisse in meiner Vergangenheit gestellt?  Gerade dann, wenn Mutlosigkeit und Hoffnungslosigkeit mich vereinnahmen.

Der Weg nach Emmaus ist auch mein Weg, alleine oder auch mit Freunden. Meine Lebensgeschichte wird da ausgetauscht. Ich bin mir sicher, auch da wartet Jesus auf mich. 

Er möchte die Lebensgeschichten hören und dass wir ihm zuhören, wenn er im Licht der Auferstehung unser Leben deutet.

Dann können auch wir fragen: „Brannte nicht unser Herz, als er unterwegs mit uns redete und uns die Schrift erklärte?“

Dann können auch wir unsere Lebensgeschichte verstehen und mit offenen Augen hoffnungsvoll in die Zukunft schauen.

So wünsche ich Ihnen im Namen des gesamten Pfarrteams

einen gesegneten 3. Ostersonntag.

Ihr

Andreas Eckert Pfr.