"Es geht nicht um das, was wir tun, oder wie viel wir tun, sondern darum, wie viel Liebe wir in das Tun legen, in die Arbeit, die er uns anvertraut hat." Mutter Theresa

Die größte Sünde: die Liebe Gottes verleugnen

Lesungen zum 10. Sonntag im Jahreskreis: Gen 3,9-15;Ps 130,1-2.3-4.5-7.7-8;2 Kor 4,13 - 5,1;Mk 3,20-35

„Das Evangelium dieses Sonntags (vgl. Mk 3,20-35) zeigt uns zwei Arten von Unverständnis, denen sich Jesus zu stellen hatte: dem Unverständnis der Schriftgelehrten und dem seiner eigenen Familienangehörigen. …

Und diese Schriftgelehrten kommen mit einer präzisen und schrecklichen Anklage – sie sparen wirklich an nichts, stellen sich in die Mitte und sagen: »Er ist von Beelzebul besessen; mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus« (V. 22). Das heißt: Der Anführer der Dämonen ist derjenige, der ihn antreibt. Das ist mehr oder weniger so, als sagten sie: »Dieser hier ist ein Besessener.« Tatsächlich heilte Jesus viele kranke Menschen, und sie wollen glauben machen, dass er es nicht mit dem Geist Gottes tue – wie es Jesus tat –, sondern mit dem des Bösen, mit der Macht des Teufels. Jesus reagiert mit starken und klaren Worten. Er duldet dies nicht, da die Schriftgelehrten, vielleicht ohne es zu merken, im Begriff sind, die größte Sünde zu begehen: sie verleugnen und lästern die Liebe Gottes, die in Jesus gegenwärtig ist und wirkt. Und die Lästerung, die Sünde gegen den Heiligen Geist, ist die einzige unverzeihliche Sünde – so sagt Jesus –, weil sie von einer Verschlossenheit des Herzens für die Barmherzigkeit Gottes ausgeht, die in Jesus wirkt.

Doch diese Begebenheit enthält eine Warnung, die uns allen nützt. In der Tat kann es vorkommen, dass ein starker Neid auf die Güte und die guten Werke einer Person dazu führen kann, sie fälschlich zu beschuldigen. Hier haben wir es mit einem echten, tödlichen Gift zu tun: der Bosheit, mit der man vorsätzlich den guten Ruf des anderen zerstören will. Gott befreie uns von dieser schrecklichen Versuchung! Und wenn wir unser Gewissen erforschen und dann erkennen, dass dieses böse Unkraut in uns keimt, wollen wir es sofort im Sakrament der Buße beichten, bevor es sich entfaltet und seine bösen Wirkungen hervorbringt, die unheilbar sind. Achtet darauf, denn diese Haltung zerstört Familien, Freundschaften, Gemeinschaften und sogar die Gesellschaft.“

PAPST FRANZISKUS, aus dem ANGELUS vom 10. Juni 2018