"Es geht nicht um das, was wir tun, oder wie viel wir tun, sondern darum, wie viel Liebe wir in das Tun legen, in die Arbeit, die er uns anvertraut hat." Mutter Theresa

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Ferien, …. Urlaub!

Liebe Schwestern und Brüder in den Ortsgemeinden Riesa, Großenhain, Wermsdorf, Mügeln, Oschatz und Gröditz (Schreiben hier als pdf)

Ferien, …. Urlaub!  Es gibt wohl kaum noch andere Wörter auf dieser Welt, die so einen wundersamen Klang in unseren Ohren erzeugen, wie diese beiden. Außer vielleicht noch das Wort Schnitzelparadies. Bei mir jedenfalls! Endlich mal wieder raus aus dem Alltagstrott. Endlich mal etwas anderes sehen, als unser tägliches Arbeits- und Wohnumfeld. Dafür müssen wir noch nicht einmal um die halbe Welt reisen, sondern wir können auch hier in unseren Breiten schöne Gegenden finden.

Erst kürzlich hat Herr Lobe aus Mügeln mit mir einen kleinen, aber schönen und interessanten Ausflug in das Umland von Mügeln gemacht und ich war ganz verblüfft, dass das Paradies oft direkt vor der Türe liegt. „Der übertreibt!“ werden jetzt manche von Ihnen denken. Nein, ich übertreibe nicht, denn ich glaube, wir übersehen oft die kleinen Wunder, die direkt vor unserer Nase liegen, weil wir ständig nur damit beschäftigt sind, in die Ferne zu sehen.

Dabei liegt das Schöne so nah. Keine Sorge, ich bekomme keine Tantiemen von der hiesigen Tourismusbranche, aber mich fasziniert das immer wieder, wie wir Menschen uns oft von weißen Palmenstränden und türkisfarbenen Meeren blenden lassen, aber das Schöne hierzulande oft übersehen. Doch in diesem Jahr bekommen wir mehr oder weniger freiwillig die Gelegenheit dazu, unsere kleinen Paradiese vor der Tür neu zu entdecken. Dazu brauchen wir drei wesentliche Dinge: Zeit, Begeisterungsfähigkeit und den Blick fürs Detail.

Vor allem aber fehlt uns oft die Zeit. Selbst im Urlaub hetzen wir schon wieder von einem Event zum nächsten. Dieses Jahr wird uns das allerdings auf wundersame Weise verwehrt bleiben.

Versuchen wir uns nicht so darüber zu ärgern und schimpfen wir nicht darüber, sondern nutzen wir einmal die Zeit und setzen uns einfach mal ganz unspektakulär vor eine Blume oder irgendeine andere Pflanze auf einer Wiese und schauen uns diese an. Dann werden wir feststellen, wie wunderbar selbst die schlichteste Pflanze gestaltet ist.
Da fällt es einem schon etwas schwer an eine Evolution zu glauben, sondern man denkt sich eher, wie detailverliebt muss der- oder diejenige sein, der oder die so etwas wunderschönes hervorbringen kann. Lassen wir uns einfach mal darauf ein und versuchen wir diese kleinen und unscheinbaren Schöpfungen auf uns wirken zu lassen, an denen wir oft achtlos vorübergehen. Machen wir uns bewusst, dass diese verschwenderische Schönheit leider von begrenzter Dauer ist und dass wir diese dankbar mit allen Sinnen genießen dürfen. Niemand hindert uns daran!

Liebe Schwestern und Brüder, nehmen wir uns die Zeit während des Urlaubs, uns von den kleinen Dingen in der Natur und im Leben generell wieder neu begeistern zu lassen.  Denn oft liegt in dem Kleinen etwas ganz Großes, wenn wir nur genau hinschauen. Wer sich auch im Kleinen begeistern lässt, der oder die hat große Chancen, Gott in dieser Welt auch wirklich zu begegnen. Denn Gott steckt im Detail und nicht in der Oberflächlichkeit.

Ich wünsche Ihnen allen, auch im Namen des Pfarrteams von St. Barbara, eine gesegnete und erholsame Urlaubs- und Ferienzeit, vor allem aber bleiben Sie alle gesund und grüßen Sie bitte auch ihre Verwandten und Freunde, alle kranken und alten Menschen unserer Pfarrei von mir.

Herzliche Grüße und Gottes Segen

                         Ihr Pfarrer Markus Johannes Scholz