„Wir glauben nicht an Gott, weil wir ihn brauchen, sondern weil er uns liebt“, Kardinal Gerhard Ludwig Müller

Der Herr braucht ihn

"Als sie den jungen Esel losbanden, sagten die Leute, denen er gehörte: Warum bindet ihr den Esel los? Sie antworteten: Der Herr braucht ihn." Lk 19 33/34

Sie waren im Dorf, und dort stand das Fohlen angebunden mit der Eselin, und es konnte nicht losgebunden werden außer auf Befehl des Herrn.Die Hand der Apostel bindet es los. ...

Mittelalterliche Wandmalerei auf der Insel Mön

Hier aber drückt Lukas in dem Fohlen die Allgemeinheit des Heidenvolkes aus. Und er sagt richtig "auf dem noch niemand gesessen hat," weil niemand vor Christus die Heidenvölker zur Kirche berufen hat. Es wird angebunden gehalten von den Fesseln der Treulosigkeit, und es ist dazu bestimmt, dem Irrtum als ungerechten Herrn zu dienen. Es konnte sich aber nicht selbst befreien, weil nicht die Natur, sondern die Schuld ihm einen solchen Herrn gegeben hatte. Als es aber heißt "der Herr", da wird der eine Herr erkannt. Es ist eine elende Knechtschaft, die ein unstetes Herrschaftsrecht hat: Denn viele Herren hat der, der den einen nicht hat. Die fremden Herren binden ihn mit Fesseln, um ihn zu besitzen, dieser Herr aber löst die Fesseln, er ihm gehört, denn er kennt wirksamere Gaben als Fesseln. (Ambrosius)

Quelle: Catena Aurea