"Wer glaubt, ist nie allein – im Leben nicht und auch im Sterben nicht." Benedikt XVI.

Reichtümer?

Fremd sind uns die Reichtümer, denn sie gehören nicht zu unserer Natur; sie werden nicht mit uns geboren und sie vergehen auch nicht mit uns. Christus aber ist unser, denn er ist das Leben der Menschen, wenn er schließlich in sein Eigentum kommt. (Ambrosius)

Quelle: Catena Aurea

Das Kreuz ist der Höhepunkt der Liebe

Lesungen zum Fest Kreuzerhöhung: Num 21,4-9; Ps 78,1-2.34-35.36-37.38ab u. 39; Phil 2,6-11; Joh 3,13-17

„Tatsächlich ist das Kreuz der Höhepunkt der Liebe, die uns das Heil schenkt. Er selbst sagt dies im heutigen Evangelium: »Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat« (Joh 3,14–15). Der Verweis bezieht sich auf eine Begebenheit, bei der die Israeliten während des Auszugs aus Ägypten von giftigen Schlangen angegriffen wurden und viele starben; so gebot Gott dem Mose, eine Schlange aus Kupfer zu machen und sie an einer Fahnenstange aufzuhängen: wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, wurde er geheilt (vgl. Num 21,4–9). Auch Jesus wird am Kreuz erhöht werden, damit jeder, der wegen der Sünde in Todesgefahr ist und sich mit Glauben an ihn wendet, der für uns gestorben ist, gerettet werde. »Denn Gott«, schreibt der hl. Johannes, »hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird« (Joh 3,17).“

BENEDIKT XVI. aus dem ANGELUS vom Sonntag, 18. März 2012

Was heißt „Allem entsagen“?

Lesungen vom 23. Sonntag im Jahreskreis: Weish 9,13-19; Ps 90,3-4.5-6.12-13.14 u. 17; Phlm 9b-10.12-17; Lk 14,25-33

Denn wenn der Herr deinetwegen seiner Mutter entsagt, indem er sagt: "Wer ist meine Mutter, wer sind meine Brüder?", warum solltest du dann nach etwas anderem verlangen als dein Herr? Aber der Herr befiehlt weder, die Natur zu mißachten noch gegen sie zu wüten, sondern ihr so nachzugeben, daß man dabei den Schöpfer verehrt und daß man nicht aus Liebe zu den Eltern von Gott abläßt. (Ambrosius)

Es ist aber ein Unterschied zwischen "allem entsagen und "alles verlassen"; denn nur wenige Vollkommene haben die Kraft, alles zu verlassen, d. h. die Sorgen dieser Welt hinter sich zu lassen; aber es ist die Aufgabe aller Gläubigen, allem zu entsagen, d. h. die Güter dieser Welt so zu besitzen, daß sie dennoch durch sie nicht in der Welt festgehalten werden. (Beda)

Quelle: Catena Aurea

Die Freude, an der Liebe Gottes teilzuhaben

Lesungen vom 22. Sonntag im Jahreskreis: Sir 3,17-18.20.28-29; Ps 68,4-5b.6-7.10-11; Hebr 12,18-19.22-24a; Lk 14,1.7-14

„Im zweiten Gleichnis spricht Jesus denjenigen an, der einlädt, und unter Bezugnahme auf die Auswahl der Gäste sagt er: »Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten« (V. 13-14).

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Die enge Tür

Lesungen zum 24. Sonntag im Jahreskreis: Jes 66,18-21; Ps 117,1.2; Hebr 12,5-7.11-13; Lk 13,22-30

„»Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen« (Lk 13,23–24). Was bedeutet diese »enge Tür«? Warum gelingt es vielen nicht, hineinzukommen? Handelt es sich etwa um einen Durchgang, der nur wenigen Auserwählten vorbehalten ist? In der Tat ist bei näherem Zusehen diese Art des Denkens der Gesprächspartner Jesu immer aktuell: die Versuchung, die religiöse Praxis als Quelle von Privilegien oder Sicherheiten zu interpretieren, liegt immer auf der Lauer. In Wirklichkeit geht die Botschaft Christi in die entgegengesetzte Richtung: Alle können in das Leben eintreten, aber für alle ist die Tür »eng«. Es gibt keine Privilegierten. Der Durchgang zum ewigen Leben ist für alle offen, aber er ist »eng«, weil anspruchsvoll, er erfordert Einsatz, Opferwillen, Abtötung des eigenen Egoismus. …

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