"Nur die Kirche kann den Menschen vor der erniedrigenden Knechtschaft bewahren, ein Kind seiner Zeit zu sein." C. K. Chesterton

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Kann man Dreifaltigkeit verstehen?

"Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird." Joh 16, 13

Drei Hasen-Fenster in Paderborn Symbol für die Dreifaltigkeit

"Sagen" und "Sprechen" ist in der Dreifaltigkeit nicht so zu verstehen, wie wir es gewohnt sind,  sondern nach dem Vorbild immaterieller Naturen, vor allem der Dreifaltigkeit selbst, die ihren Willen den Herzen den gläubigen Herzen einpflanzt und denen, die würdig sind, ihn zu hören. Daß der Vater spricht und der Sohn hört, bedeutet also, daß sie eine gemeinsame Natur besitzen und dasselbe wollen.
Der Heilige Geist aber, der der Geist der Wahrheit und der Geist der Weisheit ist, kann nicht vom Sohn etwas hören, was er selbst noch nicht weiß, denn er selbst ist das, was vom Sohn hervorgebracht wird: er ist die Wahrheit, die aus der Wahrheit hervorgeht, der bleibende Trost, der vom Tröster hervorgeht, der Gott der als Geist der Wahrheit von Gott hervorgeht. Damit ihn aber niemand von dem Willen und der Gemeinschaft des Vaters und des Sohnes ausschließt, steht geschrieben: "er wird sagen, was er hört." (Didymus, De Spiritu sancto)

Quelle: Catena Aurea

Paraklet - Fürsprecher - Geist im Herzen

Fenster im Petersdom über der Kathedra Petri

"Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe." Joh 14, 26

"Paraklet" ist ein griechisches Wort. Es heißt auf lateinisch Fürsprecher. Er heißt deshalb Fürsprecher, weil er für den Irrtum der Sünder bei der Gerechtigkeit des Vaters Fürsprache einlegt, und dabei diejenigen, die er erfüllt, zu Betern macht. Tröster aber wird derselbe Geist genannt, weil er die, die wegen begangener Sünden betrübt sind, von der Niedergeschlagenheit der Traurigkeit geistig aufrichtet, und ihnen Hoffnung auf Vergebung verleiht.

Wenn aber nicht derselbe Geist im Herzen des Hörers gegenwärtig ist, ist die Rede des Lehrers umsonst. Niemand schreibe also dem Lehrer als Menschen das zu, was er aus dem Mund des Lehrers versteht: denn wenn es den nicht gäbe, der innerlich lehrt, würde äußerlich der Mund des Lehrers vergeblich sich abmühen. Aber auch der Schöpfer selbst spricht nicht zur Belehrung des Menschen, wenn er nicht zu demselben Menschen durch die Salbung des Geistes spricht. (Gregor der Große)

Alle sollen eins sein

"In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Aber ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, daß du mich gesandt hast." Joh 17,20-21

"Denn nichts bereitet allen so viel Ärgernis wie die Spaltung untereinander; aber wenn die Gläubigen eins sind, baut das zum Glauben auf, und das hat er ja auch von Anfang an gesagt: Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr einander liebt. Wenn sie nämlich streiten, wird man sie nicht die Jünger eines Frieden stiftenden Meisters nennen." (Chrysostomus)

Quelle:Catena Aurea

Frohe Ostern!

 „Jesu Auferstehung war der Ausbruch in eine ganz neue Art des Lebens, in ein Leben, das nicht mehr dem Gesetz des Stirb und Werde unterworfen ist, sondern jenseits davon steht – ein Leben, das eine neue Dimension des Menschseins eröffnet hat. Deshalb ist die Auferstehung Jesu nicht ein Einzelereignis, das wir auf sich beruhen lassen könnten und das nur der Vergangenheit zugehörte, sondern ein „Mutationssprung“ (um dieses gewiss missverständliche Wort als Analogie zu benutzen). In Jesu Auferstehung ist eine neue Möglichkeit erreicht, die alle angeht und Zukunft, eine neue Art von Zukunft, für die Menschen eröffnet.“

Joseph Ratzinger – Benedikt XVI. Jesus von Nazareth

 

Auferstehung Jesu Wandteppich in den vatikanischen Museen

Der Herr braucht ihn

"Als sie den jungen Esel losbanden, sagten die Leute, denen er gehörte: Warum bindet ihr den Esel los? Sie antworteten: Der Herr braucht ihn." Lk 19 33/34

Sie waren im Dorf, und dort stand das Fohlen angebunden mit der Eselin, und es konnte nicht losgebunden werden außer auf Befehl des Herrn.Die Hand der Apostel bindet es los. ...

Mittelalterliche Wandmalerei auf der Insel Mön

Hier aber drückt Lukas in dem Fohlen die Allgemeinheit des Heidenvolkes aus. Und er sagt richtig "auf dem noch niemand gesessen hat," weil niemand vor Christus die Heidenvölker zur Kirche berufen hat. Es wird angebunden gehalten von den Fesseln der Treulosigkeit, und es ist dazu bestimmt, dem Irrtum als ungerechten Herrn zu dienen. Es konnte sich aber nicht selbst befreien, weil nicht die Natur, sondern die Schuld ihm einen solchen Herrn gegeben hatte. Als es aber heißt "der Herr", da wird der eine Herr erkannt. Es ist eine elende Knechtschaft, die ein unstetes Herrschaftsrecht hat: Denn viele Herren hat der, der den einen nicht hat. Die fremden Herren binden ihn mit Fesseln, um ihn zu besitzen, dieser Herr aber löst die Fesseln, er ihm gehört, denn er kennt wirksamere Gaben als Fesseln. (Ambrosius)

Quelle: Catena Aurea