"Es muss Wärme von uns ausgehen. Den Menschen muss es in unserer Nähe wohl sein, und sie müssen fühlen, dass der Grund dazu in unserer Verbindung mit Gott liegt." Pater Rupert Mayer

Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch.

Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. (Joh 15, 4)


Nicht auf dieselbe Weise sind die Jünger in Christus, wie er in ihnen ist: denn beides nützt nicht ihm, sondern ihnen: Denn die Reben sind so im Weinstock, daß nicht sie dem Weinstock das Leben geben, sondern es von ihm empfangen. Der Weinstock ist also so in den Reben, daß er ihnen lebenswichtige Nahrung gibt, und nicht etwa von ihnen empfängt. [...] Wer glaubt, von sich selbst aus Frucht zu bringen, ist nicht im Weinstock; wer nicht im Weinstock ist, ist nicht in Christus; wer nicht in Christus ist, ist nicht Christ. (Augustinus)

Quelle:Catena Aurea

Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.

"Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe." (Joh 10,11)

Er fügt hinzu, worin die Gutheit besteht, die wir nachahmen sollen: "Der gute Hirt gibt sein Leben für die Schafe." Er tut das, wozu er ermahnt, er macht vor, was er befiehlt: Für seine Schafe hat er sein Leben gegeben, um seinen Leib und sein Blut in ein Sakrament für uns zu verwandeln und die Schafe, die er losgekauft hatte, mit seinem Fleisch zu sättigen. Dadurch ist uns ein Weg gezeigt, den wir, den Tod nicht fürchtend,  gehen sollen. Die Form, die wir annehmen sollen, hat er vorgegeben.Zunächst ist es unsere Pflicht, mit dem, was wir äußerlich besitzen, voll Erbarmen für seine Schafe aufzukommen; wenn es aber nötig sein sollte, müssen wir unser Leben bis hin zum Tod für diese Schafe einsetzen. Wer für die Schafe nicht einmal seinen Besitz geben mag, wie wird der sein Leben für sie hingeben? (Gregor der Große, Hom. in Ev. 14)

Quelle:Catena Aurea

 

"Ich bin bei Euch"

"Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen." (Luk 24, 15)

Der Herr naht Sich ihnen, da sie von Ihm reden, und begleitet sie. Denn Er will in ihren Herzen auch den Glauben an die Auferstehung entzünden und erfüllen, was Er versprochen hatte, nämlich: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen (Mt 18,20).

(Beda)

Quelle:Catena Aurea



Der Auferstandene (Fenster der Kirche in Amelungsborn)

Jesus hatte den ganzen Menschen angenommen

"Sie kamen zu einem Grundstück, das Getsemani heißt, und er sagte zu seinen Jüngern: Setzt euch und wartet hier, während ich bete. Und er nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit sich. Da ergriff ihn Furcht und Angst." Mk 14, 32/33

Ölbergszene am Bartholomäusturm in Erfurt
   
Es war dem Herrn in einzigartiger Weise eigen, immer zu beten, und er wollte uns damit ein Beispiel geben, das Schweigen und die Einsamkeit im Gebet zu suchen. Er nahm Petrus und Jakobus und Johannes mit sich. Diese drei, weil sie auf dem Berg Tabor auch seine Herrlichkeit gesehen hatten; nun sollten sie die Traurigkeit sehen, und begreifen, daß er in seiner Betrübnis wahrer Mensch war. Er hatte den ganzen Menschen angenommen, so hatte er auch alles angenommen, was dem Menschen eigen ist: die Angst, das Grauen und die Traurigkeit; denn von Natur aus geht kein Mensch freudig in den Tod. (Theophylactus)

Quelle: Catena Aurea

Vater, rette mich aus dieser Stunde

"Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen." (Joh 12, 27)
   
Als er dem Kreuz nahte, zeigt er, daß er menschlich ist und eine menschliche Natur hat, die nicht sterben will, sondern an diesem Leben hängt. So wird deutlich, daß er nicht außerhalb des menschlichen Leidens blieb: wie es nämlich kein Vergehen ist, Hunger zu haben, so auch nicht, sich das gegenwärtige Leben zu wünschen. Christus hatte einen reinen Leib ohne Sünde, aber nicht ohne die natürlichen Bedürfnisse. Das gehört zu seiner Menschlichkeit, nicht zu seiner Göttlichkeit. (Chrysostomus)

Quelle: Catena Aurea