"Es geht nicht um das, was wir tun, oder wie viel wir tun, sondern darum, wie viel Liebe wir in das Tun legen, in die Arbeit, die er uns anvertraut hat." Mutter Theresa

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Advent: Ihn im Alltag begegnen

Lesungen zu zweiten Advent: Jes 40,1-5.9-11;Ps 85,9-10.11-12.13-14;2 Petr 3,8-14;Mk 1,1-8

 

"Wenn wir unser Herz bereit machen für die Aufnahme des Herrn, müssen wir lernen, ihn in den Ereignissen des täglichen Lebens zu erkennen, in denen er gegenwärtig ist. Der Advent wird dann sozusagen ein gutes Training, das uns zweifellos auf den auf den ausrichtet, der schon gekommen ist, der kommen wird und der ständig im Kommen ist."

Johannes Paul II Quelle: Generalaudienz

Advent: „Ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt!“

Lesungen zum 1. Advent:  Jes 63,16b-17.19b;64,3-7;Ps 80,2ac u. 3bc.15-16.18-19;1 Kor 1,3-9;Mk 13,33-37

Seid wachsam, damit der Hausherr Euch nicht schlafend antrifft, wenn er plötzlich kommt. Diese Worte Jesu drücken das Wesen der christlichen Existenz aus: Das Leben der Gläubigen ist ein Warten auf die Wiederkunft des Herrn. Dieses Warten ist kein passiver Zeitvertreib. Unsere menschliche Existenz ist auf diese Begegnung mit Gott am Ende der Zeit ausgerichtet. Und doch ist es nicht leicht, in einer oberflächlichen und hastigen Gesellschaft treu und gelassen auf diesen Zeitpunkt hin zu leben.

Seid wachsam! Wartet auf die Wiederkunft des Herrn, damit er seine Diener nicht schlafend antrifft!

Johannes Paul II, Generalaudienz am 26. Juli 2000

 

Christkönig

Lesungen zum Sonntag Christkönig: Ez 34,11-12.15-17a;Ps 23,1-3.4.5.6;1 Kor 15,20-26.28;Mt 25,31-46

Ausschnitt aus dem Apsismosaik der Kirche Santi Cosma e Damiano in Rom

„Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. ... Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!“ Mt 25, 34 und 41

„Man muss aber bedenken, was über die Heiligen gesagt ist: Gesegnete meines Vaters; es wird aber nicht gesagt: Verfluchte meines Vaters; denn der Vater teilt zwar den Segen zu, ein jeder aber ist für sich selbst der Urheber des Fluches, dadurch dass er fluchwürdige Werke getan hat.“ (Origines)

Quelle: Catena Aurea

Talente: Wir dürfen den Glauben nicht verstecken

Lesungen zum 33. Sonntag im Jahreskreis: Spr 31,10-13.19-20.30-31;Ps 128,1-2.3.4-5;1 Thess 5,1-6;Mt 25,14-30

„Wir können und dürfen den Glauben nicht als etwas Privates gleichsam verstecken, das ich zwar festhalte, aber im Übrigen niemanden etwas angeht, mit dem ich nirgendwo anecken und Ärgernis erregen will.

Über eine solche Haltung, die sich privat gläubig sehen möchte, aber nicht dabei nach außen treten will, hat der Herr im Gleichnis von den Talenten das Urteil gesprochen. Wenn er uns erzählt von dem Knecht, der das Talent nimmt und es vergräbt, in der Meinung so ganz treu zu sein, weil er es unversehrt und sicher zurückgeben kann. Aber solche Art von Sicherheit entspricht nicht der Dynamik, der Größe, der inneren Breite des Glauben; weil er nur für sich selbst das Talent wollte, hatte es gerade auch für sich verloren. ‚Ich habe euch berufen damit ihr hingeht und Frucht bringt nicht damit ihr euch daraufsetzt und es verwahrt‘ (Joh 15,16). Das ist der Ruf, der im Glauben ist: füreinander Verantwortung übernehmen, einander den Glauben geben, so wie wir ihn von anderen empfangen haben. Nur in diesem Miteinander des Empfangens und des Gebens wächst die Kirche und wächst unsere eigene Freude am Glauben."

Joseph Ratzinger, aus „Gemeinsam in Demut glauben“ Wallfahrt 1989, JRGS 14/3

Friedhof als Ort der Hoffnung

Lesungen vom 32. Sonntag im Jahreskreis   Weish 6,12-16;Ps 63,2.3-4.5-6.7-8;1 Thess 4,13-18;Mt 25,1-13

„Der Platz des ‚Campo Santo Teutonico‘, des deutschen Friedhof zu Rom, gehörte einst zum Zirkus des Nero, der bis weit auf dem heutigen Petersplatz reichte. …  Friedhof als Ort der Hoffnung, das ist christlich. Das ist angewandter Glaube der Märtyrer, angewandter Auferstehungsglaube. Aber wir müssen hinzufügen: Die Hoffnung hebt die Trauer nicht einfach auf. Der Glaube ist menschlich, und er ist ehrlich. Er gibt uns einen neuen Horizont im großen und tröstenden Blick ins Weite des ewigen Lebens. Aber er lässt uns zugleich an dem Ort stehen, an dem wir sind. Wir brauchen die Trauer nicht zu verdrängen, wir nehmen sie an, und durch den Blick ins Weite verwandelt sie sich langsam und reinigt so auch uns selber, macht und sehender für das Heute und für das Morgen Es war sehr menschlich, dass die Liturgie früher in der Totenmesse das Halleluja ausließ, und der Trauer recht deutlich ihren Raum gab. Wir können nicht einfach das Jetzt unseres Lebens überspringen. Nur indem wir die Trauer annehmen, können wir lernen, die Hoffnung in der Finsternis zu entdecken.

Joseph Ratzinger, aus „Allerheiligen - Zu Füßen des Petersdoms“ Ansprache im Bayerischen Rundfunk, JRGS 14/3