"Wenn Sie in die Welt hineinschauen, sehen Sie keinen Himmel, aber Sie sehen überall die Spuren Gottes." Benedikt XVI.

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Jede gute und vollkommene Gabe kommt von oben

Lesungen zum 5. Sonntag im Jahreskreis: Ijob 7,1-4.6-7;Ps 147,1-2.3-4.5-6;1 Kor 9,16-19.22-23;Mk 1,29-39

„Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten… In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten“ Mk 1, 35

„Nachdem der Herr die Kranken geheilt hatte, zog er sich zurück. Damit lehrt er uns, nicht um der Öffentlichkeit willen zu handeln, sondern nicht hinauszuposaunen, wenn wir etwas Gutes getan haben. Sein Beten zeigt uns, dass wir das, was wir Gutes tun können, Gott zuschreiben müssen. Zu ihm müssen wir sagen: Jede gute und vollkommene Gabe kommt von oben, von dir (vgl. Jak 1,17). (Theophylactus)“

Quelle Catena Aurea

Glaube ist Entscheidung und Scheidung

Lesungen zum 4. Sonntag im Jahreskreis Dtn 18,15-20;Ps 95,1-2.6-7c.7d-9;1 Kor 7,32-35;Mk 1,21-28

"Und wo die Macht der Wahrheit von Jesu Wort auftritt, da allerdings sind diese anonymen Mächte, die die Wahrheit des Menschen verdecken, wie elektrisiert, sie schreien auf und das Geschrei der Dämonen, die sich bedroht fühlen, steht auf, wo die Macht dieses Wortes in die Welt tritt und das fatale Halbdunkel auflichtet. Wo dieses Wort kommt, geschieht Scheidung und geschieht Entscheidung. Der Glaube tut sich nicht einfach von selbst. Er ist nicht das, was ich einfach so im Umhin ergibt. Er ist Entscheidung der auch scheidet und die immer wieder das Geschrei der Dämonen wachrufen wird. Und wo er sich allzu leicht mit den Herrschenden arrangiert, wo er diesen Widerspruch nicht mehr weckt, da ist zu fürchten, dass er in seiner wahren Kraft und Gänze nicht mehr gesagt und bekannt wird."

Joseph Ratzinger JRGS 14/2

Da reute Gott das Unheil

Lesungen vom 2. Sonntag im Jahreskreis: Jona 3,1-5.10;Ps 25,4-5.6-7.8-9;1 Kor 7,29-31;Mk 1,14-20

„Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht.“ Jon 3, 10

„Er (Gott) ist Urgrund aller Gerechtigkeit, die wir nicht nachrechnen können. Aber über die Weite und Unermesslichkeit seiner Güte, die uns manchmal ärgert, wie uns seine Geduld manchmal ärgert, dass er so viel hingehen lässt in der in der Welt, anstatt dreinzuschlagen, über dieser Weite sollten wir nicht vergessen, dass diese Güte Gottes keine billige Gnade ist, in der er das Tun der Menschen belanglos werden lässt. Denn das wäre nicht Güte für den Menschen, sondern im Grunde würde es bedeuten, dass er ihn nicht ernst nimmt. Die Gnade Gottes hat eine menschliche Wirkung. Sie ändert den Menschen, und daher heißt das Ankommen der Gnade Umkehr und Buße. Buße ist nicht Gegenteil zur Gnade, sodass man sie nicht bräuchte, weil es Gnade gibt, sondern gerade der Erweis dessen, dass Gnade ist und ankommt. Erst in der Buße wird sie Kraft in uns, wird sie Kraft der Verwandlung der Welt.“

Joseph Ratzinger JRGS 14/2

Wir haben den Messias gefunden – das ist Christus

Lesungen zum 2. Sonntag im Jahreskreis: 1 Sam 3,3b-10.19;Ps 40,2 u. 4ab.7-8.9-10;1 Kor 6,13c-15a.17-20;Joh 1,35-42

„Andreas sagt zu ihm die unvergänglichen Worte ‚Wir haben den Messias gefunden – das ist Christus‘ Und Johannes fügt hinzu: ‚Er führt ihn – den Simon – zu Jesus‘. In dieser kleinen Szene drückt sich genau aus, was eigentlich mit dieser festa dell’impegno (Gelöbnis) heute gemeint ist. Zuerst müssen wir selbst sagen können: Ich habe den Messias gefunden – Christus. Können wir das sagen? Haben wir ihn wirklich gefunden? Andreas konnte ihn finden, weil er zuerst in die Schule des Täufers gegangen war, weil er dem Ruf der Buße gefolgt war. So begriff er die Worte: Siehe, das Lamm Gottes. So sah er und fand er. Dann geschieht das Zweite von selbst: Weitergehen, dem Bruder begegnen und ihn zu Jesus führen. So aber wächst Erkenntnis Gottes, so wächst der Friede."

Joseph Ratzinger JRGS 14/1

Taufe der Regebogen Gottes

Lesungen zum Fest der Taufe des Herrn: Jes 55,1-11;Jes 12,2.3 u. 4bcd.5-6;1 Joh 5,1-9;Mk 1,7-11

Taufe Jesu, Gemälde im Petersdom

"Denn durch die Taufe Jesu hat Jesus sich ja uns verbunden, sie ist gleichsam die Brücke, die er zwischen sich und uns gebaut hat, der Weg, auf dem er uns zugänglich wird.

So erinnert die Taufe Jesu vor allen Dingen an unsere eigene Taufe und fragt uns was in unserem Leben mit diesem herein treten Gottes in meine persönliche Existenz geworden ist fragt uns, was bedeutet denn eigentlich mein getauft sein für mich? ...

So ist die Taufe der Regenbogen Gottes über unserem Leben, die Verheißung seines großen Ja, die Tür der Hoffnung und zugleich die Weisung, die uns zeigt, wie man das macht, ein Mensch zu sein: in der Verbundenheit mit der eigenen Familie, mit der Kirche Gottes und so im lebendigen, persönlichen Mitgehen mit Jesus Christus und im Gehen auf seinen Wegen. Mit ihm gehen wir gut. Auf ihn schauend wissen wir, dass Gott größer ist als unser Herz. In solcher freudigen Gewissheit gehen wir getrost in das neue Jahr hinein."

Joseph Ratzinger (JRGS 14/1)