"Es muss Wärme von uns ausgehen. Den Menschen muss es in unserer Nähe wohl sein, und sie müssen fühlen, dass der Grund dazu in unserer Verbindung mit Gott liegt." Pater Rupert Mayer

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Christkönig

Lesungen zum Sonntag Christkönig: Ez 34,11-12.15-17a;Ps 23,1-3.4.5.6;1 Kor 15,20-26.28;Mt 25,31-46

Ausschnitt aus dem Apsismosaik der Kirche Santi Cosma e Damiano in Rom

„Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. ... Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!“ Mt 25, 34 und 41

„Man muss aber bedenken, was über die Heiligen gesagt ist: Gesegnete meines Vaters; es wird aber nicht gesagt: Verfluchte meines Vaters; denn der Vater teilt zwar den Segen zu, ein jeder aber ist für sich selbst der Urheber des Fluches, dadurch dass er fluchwürdige Werke getan hat.“ (Origines)

Quelle: Catena Aurea

Talente: Wir dürfen den Glauben nicht verstecken

Lesungen zum 33. Sonntag im Jahreskreis: Spr 31,10-13.19-20.30-31;Ps 128,1-2.3.4-5;1 Thess 5,1-6;Mt 25,14-30

„Wir können und dürfen den Glauben nicht als etwas Privates gleichsam verstecken, das ich zwar festhalte, aber im Übrigen niemanden etwas angeht, mit dem ich nirgendwo anecken und Ärgernis erregen will.

Über eine solche Haltung, die sich privat gläubig sehen möchte, aber nicht dabei nach außen treten will, hat der Herr im Gleichnis von den Talenten das Urteil gesprochen. Wenn er uns erzählt von dem Knecht, der das Talent nimmt und es vergräbt, in der Meinung so ganz treu zu sein, weil er es unversehrt und sicher zurückgeben kann. Aber solche Art von Sicherheit entspricht nicht der Dynamik, der Größe, der inneren Breite des Glauben; weil er nur für sich selbst das Talent wollte, hatte es gerade auch für sich verloren. ‚Ich habe euch berufen damit ihr hingeht und Frucht bringt nicht damit ihr euch daraufsetzt und es verwahrt‘ (Joh 15,16). Das ist der Ruf, der im Glauben ist: füreinander Verantwortung übernehmen, einander den Glauben geben, so wie wir ihn von anderen empfangen haben. Nur in diesem Miteinander des Empfangens und des Gebens wächst die Kirche und wächst unsere eigene Freude am Glauben."

Joseph Ratzinger, aus „Gemeinsam in Demut glauben“ Wallfahrt 1989, JRGS 14/3

Friedhof als Ort der Hoffnung

Lesungen vom 32. Sonntag im Jahreskreis   Weish 6,12-16;Ps 63,2.3-4.5-6.7-8;1 Thess 4,13-18;Mt 25,1-13

„Der Platz des ‚Campo Santo Teutonico‘, des deutschen Friedhof zu Rom, gehörte einst zum Zirkus des Nero, der bis weit auf dem heutigen Petersplatz reichte. …  Friedhof als Ort der Hoffnung, das ist christlich. Das ist angewandter Glaube der Märtyrer, angewandter Auferstehungsglaube. Aber wir müssen hinzufügen: Die Hoffnung hebt die Trauer nicht einfach auf. Der Glaube ist menschlich, und er ist ehrlich. Er gibt uns einen neuen Horizont im großen und tröstenden Blick ins Weite des ewigen Lebens. Aber er lässt uns zugleich an dem Ort stehen, an dem wir sind. Wir brauchen die Trauer nicht zu verdrängen, wir nehmen sie an, und durch den Blick ins Weite verwandelt sie sich langsam und reinigt so auch uns selber, macht und sehender für das Heute und für das Morgen Es war sehr menschlich, dass die Liturgie früher in der Totenmesse das Halleluja ausließ, und der Trauer recht deutlich ihren Raum gab. Wir können nicht einfach das Jetzt unseres Lebens überspringen. Nur indem wir die Trauer annehmen, können wir lernen, die Hoffnung in der Finsternis zu entdecken.

Joseph Ratzinger, aus „Allerheiligen - Zu Füßen des Petersdoms“ Ansprache im Bayerischen Rundfunk, JRGS 14/3

Gott und den Nächsten lieben

Lesungen vo 30. Sonntag im Jahreskreis: Ex 22,20-26;Ps 18,2-3.4 u. 47.51 u. 50;1 Thess 1,5c-10;Mt 22,34-40

"Gott und den Nächsten lieben, das bedeutet, dass wir uns immer zu Gott hin bekehren und uns damit zur Wahrheit des Menschseins bekehren und den Menschen mit Gott lieben lernen. Das ist das, was uns heute Paulus in der Lesung sagt: ihr habt euch von den Götzen zum lebendigen Gott hin bekehrt, und ihr lernt Jesus Christus zu erwarten. Die Götzen gibt es auch heute. Das ist der Besitz, das Geld, die Macht, das Angesehensein, eine Stellung haben, der Erfolg, der Genuss, das Vergnügen. Das sind die Mächte, die uns förmlich tyrannisieren. Von ihnen weg müssen wir uns immer neu zum lebendigen Gott hin bekehren, sein Angesicht suchen, dann werden wir frei und rein, dann ereignet sich mit der Wahrheit Liebe unter uns."

Joseph Ratzinger, JRGS 14/2

"Der HERR ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen." Ps 23

Lesungen des 28. Sonntag im Jahreskreis:  Jes 25,6-10a;Ps 23,1-3.4.5.6;Phil 4,12-14.19-20;Mt 22,1-14

„Gott ist der Hirt der Menschen. Wir gehören Ihm. Aber da ist niemand an den Er uns mit Vorteil verkaufen kann. Sein „Vorteil“ ist nichts anderes als unser „Wohl“. Er ist Ursprung und Quelle unseres Seins. Ihn zum Hirten haben heißt, ins eigene Sein und Wesen kommen, nicht mehr irgendeinem fremden Zweck unterworfen werden.“

Robert Spaemann (Meditationen eines Christen)