"Es geht nicht um das, was wir tun, oder wie viel wir tun, sondern darum, wie viel Liebe wir in das Tun legen, in die Arbeit, die er uns anvertraut hat." Mutter Theresa

"Ich bin bei Euch"

"Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen." (Luk 24, 15)

Der Herr naht Sich ihnen, da sie von Ihm reden, und begleitet sie. Denn Er will in ihren Herzen auch den Glauben an die Auferstehung entzünden und erfüllen, was Er versprochen hatte, nämlich: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen (Mt 18,20).

(Beda)

Quelle:Catena Aurea



Der Auferstandene (Fenster der Kirche in Amelungsborn)

Jesus hatte den ganzen Menschen angenommen

"Sie kamen zu einem Grundstück, das Getsemani heißt, und er sagte zu seinen Jüngern: Setzt euch und wartet hier, während ich bete. Und er nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit sich. Da ergriff ihn Furcht und Angst." Mk 14, 32/33

Ölbergszene am Bartholomäusturm in Erfurt
   
Es war dem Herrn in einzigartiger Weise eigen, immer zu beten, und er wollte uns damit ein Beispiel geben, das Schweigen und die Einsamkeit im Gebet zu suchen. Er nahm Petrus und Jakobus und Johannes mit sich. Diese drei, weil sie auf dem Berg Tabor auch seine Herrlichkeit gesehen hatten; nun sollten sie die Traurigkeit sehen, und begreifen, daß er in seiner Betrübnis wahrer Mensch war. Er hatte den ganzen Menschen angenommen, so hatte er auch alles angenommen, was dem Menschen eigen ist: die Angst, das Grauen und die Traurigkeit; denn von Natur aus geht kein Mensch freudig in den Tod. (Theophylactus)

Quelle: Catena Aurea

Vater, rette mich aus dieser Stunde

"Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen." (Joh 12, 27)
   
Als er dem Kreuz nahte, zeigt er, daß er menschlich ist und eine menschliche Natur hat, die nicht sterben will, sondern an diesem Leben hängt. So wird deutlich, daß er nicht außerhalb des menschlichen Leidens blieb: wie es nämlich kein Vergehen ist, Hunger zu haben, so auch nicht, sich das gegenwärtige Leben zu wünschen. Christus hatte einen reinen Leib ohne Sünde, aber nicht ohne die natürlichen Bedürfnisse. Das gehört zu seiner Menschlichkeit, nicht zu seiner Göttlichkeit. (Chrysostomus)

Quelle: Catena Aurea

 

Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet?

"Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat." Joh 3, 17, 18

Weil der Herr das gesagt hat, mißbrauchen viele Untätige in der Größe ihrer Sünden und in ihrer übergroßen Leichtsinnigkeit die Barmherzigkeit Gottes. Sie sagen: Es gibt keine Hölle und keine Strafe; alle Sünden läßt Gott uns nach. Doch wir müssen bedenken, daß es eine zweifache Ankunft Christi gibt: jene, die schon geschehen ist, und eine, die noch kommen wird. Jene erste geschah nicht, um unsere Taten zu richten, sondern um sie nachzulassen. Die zweite jedoch wird nicht Vergebung, sondern das Gericht bringen. Von der ersten Ankunft sagt der Herr: Ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten. Denn da er milde ist, hält er nicht sogleich Gericht, sondern verleiht die Vergebung aller Sünden, zuerst durch die Taufe, dann durch die Buße. Hätte er das nicht getan, so wären wir alle verloren gegangen. Denn alle haben gesündigt und bedürfen der Gnade Gottes (Röm 3,23). Damit also keiner glaubt, er könne ungestraft sündigen, spricht er über die Strafe für den Ungläubigen: Wer glaubt, wird nicht gerichtet. [Wer nicht glaubt, ist schon gerichtet.] "Wer glaubt" sagt er, nicht "Wer theologische Fragen stellt". Was aber, wenn er ein unreines Leben hat? Genau solche Leute nennt Paulus "ungläubig": Sie beteuern, Gott zu kennen, durch ihr Tun aber verleugnen sie ihn (Tit 1,16). Das bedeutet: Nicht seines Glaubens wegen wird er gerichtet, sondern seiner Taten wegen muß er eine schwerere Strafe erleiden. (Chrysostomus)

Quelle: Catena Aurea

Leib Jesu und der Tempel - Urbild der Kirche

"Da stellten ihn die Juden zur Rede: Welches Zeichen läßt du uns sehen als Beweis, daß du dies tun darfst? Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten." (Joh 2, 18/19)

Beides, der Leib Jesu und der Tempel, scheinen mir Urbild der Kirche zu sein; denn sie ist aus lebendigen Steinen zu einem geistigen Haus aufgebaut, zu einer heiligen Priesterschaft. Mag es auch den Anschein haben, als löse sich die Schichtung der Steine auf und würden alle Gebeine Christi verstreut durch die Angriffe und Verfolgungen, so wird doch der Tempel erneuert und am dritten Tag wieder aufgerichtet: dieser dritte Tag ist da, wenn der neue Himmel und die neue Erde da sind. Ebenso wie der sichtbare Leib Christi gekreuzigt und begraben wurde und dann auferstand, so ist auch der gesamte Leib Christi, der aus den Heiligen gebildet ist, mit Christus gekreuzigt. Denn sie alle rühmen sich in nichts anderem als im Kreuz Christi, durch das ein jeder von ihnen der Welt gekreuzigt ist. Auch ist jeder mit Christus begraben und auferstanden mit ihm; denn er wandelt gewissermaßen schon im neuen Leben. Der seligen Auferstehung nach ist er freilich noch nicht auferstanden [...] (Origenes)

Quelle: Catena Aurea