Bekennt euch zu ihm vor allen Völkern, ihr Kinder Israels; denn er selbst hat uns unter die Völker zerstreut. Tob 13, 3

Epiphanie

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem (Mt. 2, 1)

Was waren denn diese Magier anderes als die Erstlingsgabe aus den Heiden? Die Hirten waren Israeliten, die Magier Heiden; jene kamen aus der Nähe, diese von ferne. Doch beide fanden sich bei dem einen Eckstein ein.
Jesus wurde weder den Gerechten noch den Gelehrten geoffenbart: Unwissend sind die Hirten ob ihrer bäuerischen Herkunft; die rechte Frömmigkeit mangelt den Magiern, die allerhand Frevel begehen. Beide zog der Eckstein an sich; denn er war ja gekommen, das Törichte zu erwählen, um die Weisen zuschanden zu machen, die Sünder zu berufen, nicht die Gerechten. Kein Großer sollte sich überheben, kein Schwacher verzweifeln. (Augustinus)

Quelle Catena Aurea

Wandmalerei ind der Kirche von Gerlamoos (Kärnten)

Dass viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden

"Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, daß in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird." (Lk, 2, 34)

"Licht ist auch dann Licht, wenn es schwache Augen stört. Und ebenso bleibt der Erlöser der Erlöser, auch wenn durch ihn viele zu Fall kommen. Daß sie zu Fall kommen, hat seinen Grund nicht in seinem Tun, sondern in ihrer Verblendung. "Wieder aufgerichtet werden"Auferstehen, lat.: resurrectio aber bedeutet: ein neues Leben zu führen. Wenn ein Wollüstiger keusch wird, ein Geizhals barmherzig, ein Jähzorniger umgänglich, dann ist das eine Auferstehungsfeier. Die Sünde stirbt, die Gerechtigkeit steht auf." (Chrysostomus)

Quelle Catena Aurea

Hanna, Simeon und Jesus im Tempel, Wandmalerei von Carl Vogel von Vogelstein (Schlosskapelle Pillnitz)

Frohe Weihnachten!

"Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war." (Lk 2, 6-7)

"Deinetwegen also wurde der schwach, der an sich stark und mächtig ist, deinetwegen arm, der an sich reich ist. Bleibe also nicht bei dem Sichtbaren stehen, sondern erkenne, dass du erlöst bist: Herr Jesus, mehr verdanke ich deiner Entäußerung und deinen Leiden, durch die ich erlöst bin, als deinem Reichtum an Macht, durch den ich geschaffen bin, denn umsonst wären wir geboren, hätte uns nicht der Erlöser gerettet." (Ambrosius)

Geburt Christi, Wandmalerei von Carl Vogel von Vogelstein (Schlosskapelle Pillnitz)

Denn ich war hungrig...

"Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen." Mt 25, 35/36

Im geistigen Sinne beachtet die Werke der wahren Liebe der, der den nach der Gerechtigkeit Hungernden und Dürstenden mit dem Brote des Wortes und dem Trank der Weisheit erfrischt, und der den in Irrlehre oder Sünde Irrenden ins Haus der Mutter Kirche aufnimmt, und der den Kranken im Glauben annimmt. (Hrabanus)

Quelle: Catena Aurea

Sind wir faule Diener?

Sein Herr antwortete ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewußt, daß ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe.Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten.

Hier wird auf die Gefahr gesehen, in der die Verkündiger stehen, wenn sie das Vermögen des Herrn für sich behalten, aber ebenso auf die Gefahr, in der die Gläubigen - Wörtlich: auditores - die Hörer stehen, denn, was sie gehört haben, wird mit Zinsen von ihnen zurückverlangt, sie sollen sich nämlich bemühen, durch das, was sie gehört haben, auch das zu begreifen, was sie nicht gehört haben. (Gregor der Große)